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Der normale Geburtsverlauf
Nachstehend möchte ich Ihnen den normalen Geburtsverlauf erläutern, damit Ihnen die Angst vor dem „Unbekannten“ genommen wird und Sie die Geburt Ihres Kindes zu einem unvergesslichen Erlebnis machen können.
Sie haben die 40. Schwangerschaftswoche erreicht und 10 - 15 kg zugenommen. Ihr Kind ist jetzt ca. 48 - 54 cm groß und wiegt zwischen 2800 und 4000 g. Der Kopfdurchmesser beträgt zwischen 95 und 105 mm.
Sie hatte vielleicht in den letzten Tagen bereits die ersten Vorwehen.
Nun spüren Sie die ersten leichten Wehen. Dabei wird die Gebärmutter durch Muskelkontraktion zusammengezogen.
Die rechtzeitig bereit gestellte Kliniktasche erspart Ihnen die Sorge, was muss Sie nun plötzlich noch alles mitnehmen und schnell einpacken müssen.
Jetzt ist es so weit. Bald werden Sie Ihr Baby in den Armen halten können
Aber bis dahin liegt noch ein anstrengendes Stück Arbeit vor Ihnen.
Der Körper hat sich in den letzten Monaten bestens auf den Moment der Geburt vorbereitet. Bereits seit der 38. Schwangerschaftswoche haben Vorwehen den Muttermund etwas aufgelockert.
Die folgenden Senkwehen greifen schließlich auf die gesamte Gebärmutter über. Dabei tritt der Kopf des Kindes in das Becken ein, das Kind „rutscht“ nach unten. Durch die eintretenden Wehen wird der Muttermund geweitet, so kann das Kind immer weiter nach unten gelangen. Die Wehen schwellen an, erreichen ihren Höhepunkt, um anschließend wieder abzuschwellen.
Die Wehen unterscheiden sich in den einzelnen Geburtsphasen. Anfangs gleichen sie leichten Krämpfen und werden später intensiver. Im Verlauf des Geburtsprozesses werden die Abstände zwischen den Wehen immer kürzer, gleichzeitig sinkt für Sie als Gebärende die Zeit sich von den Wehen zu erholen. Der Zeitpunkt der Geburt rückt immer näher.
Treten die Wehen regelmäßig im Abstand von fünf bis zehn Minuten auf, sollten Sie in die Klinik fahren.
Die Geburt ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen der anatomischen Beschaffenheit der mütterlichen Geburtswege und dem Körper des Kindes. Zum Zeitpunkt der Geburt kann der kindliche Kopf das mütterliche Becken gerade noch passieren. Er ist das größte Körperteil.
In über 90% liegt das Kind längs mit dem Kopf nach unten im Geburtskanal (vordere Hinterhauptslage).
Da der Beckeneingang eine ovale Form hat, jedoch quer liegt, muss der Kopf des Kindes sich ebenfalls quer in das Becken legen. Der Rücken des Kindes zeigt dann nach außen.
Tritt das Kind unter der Geburt noch tiefer, muss es zwei Drehungen ausführen. Beim Durchtritt durch die kreisförmige Beckenhöhle schmiegt sich der Kopf des Kindes an seine Brust. Der Kopfumfang wird dadurch geringer. Das Kind dreht sich dann um 90°, so dass der Rücken und das Hinterhaupt nach vorn in Richtung Schambein zeigen (das ist die erste Drehung). Das Hinterhaupt des Kindes wird zum tiefsten Punkt.
Beim Austritt aus dem längsovalen Beckenausgang streckt sich der Kopf des Kindes. Das mütterliche Schambein dient als Anstemmpunkt. Nacheinander werden Hinterhaupt, Vorderhaupt, Stirn, Gesicht und Kinn geboren. Zu diesem Zeitpunkt passen die Schultern genau in den Beckeneingang hinein.
Zur Geburt der Schultern muss eine weitere Drehung um 90° erfolgen. Dann stehen die Schultern am Beckenausgang längs. Die zweite Drehung unter der Geburt ist erfolgt.
Schließlich wird zuerst die vordere, dann die hintere Schulter und der Körper des Babys geboren.
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