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Letzte Aktualisierung:
08.12.2011

Die Geburt

Der normale Geburtsverlauf

Nachstehend möchte ich Ihnen den normalen Geburtsverlauf erläutern, damit Ihnen die Angst vor dem „Unbekannten“ genommen wird und Sie die Geburt Ihres Kindes zu einem unvergesslichen Erlebnis machen können.

Sie haben die 40. Schwangerschaftswoche erreicht und 10 - 15 kg zugenommen. Ihr Kind ist jetzt ca. 48 - 54 cm groß und wiegt zwischen 2800 und 4000 g. Der Kopfdurchmesser beträgt zwischen 95 und 105 mm.

Sie hatte vielleicht in den letzten Tagen bereits die ersten Vorwehen.

Nun spüren Sie die ersten leichten Wehen. Dabei wird die Gebärmutter durch Muskelkontraktion zusammengezogen.

Die rechtzeitig bereit gestellte Kliniktasche erspart Ihnen die Sorge, was muss Sie nun plötzlich noch alles mitnehmen und schnell einpacken müssen.

Jetzt ist es so weit. Bald werden Sie Ihr Baby in den Armen halten können

Aber bis dahin liegt noch ein anstrengendes Stück Arbeit vor Ihnen.

Der Körper hat sich in den letzten Monaten bestens auf den Moment der Geburt vorbereitet. Bereits seit der 38. Schwangerschaftswoche haben Vorwehen den Muttermund etwas aufgelockert.

Die folgenden Senkwehen greifen schließlich auf die gesamte Gebärmutter über. Dabei tritt der Kopf des Kindes in das Becken ein, das Kind „rutscht“ nach unten. Durch die eintretenden Wehen wird der Muttermund geweitet, so kann das Kind immer weiter nach unten gelangen. Die Wehen schwellen an, erreichen ihren Höhepunkt, um anschließend wieder abzuschwellen.

Die Wehen unterscheiden sich in den einzelnen Geburtsphasen. Anfangs gleichen sie leichten Krämpfen und werden später intensiver.
Im Verlauf des Geburtsprozesses werden die Abstände zwischen den Wehen immer kürzer, gleichzeitig sinkt für Sie als Gebärende die Zeit sich von den Wehen zu erholen. Der Zeitpunkt der Geburt rückt immer näher.

Treten die Wehen regelmäßig im Abstand von fünf bis zehn Minuten auf, sollten Sie in die Klinik fahren.

Die Geburt ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen der anatomischen Beschaffenheit der mütterlichen Geburtswege und dem Körper des Kindes. Zum Zeitpunkt der Geburt kann der kindliche Kopf das mütterliche Becken gerade noch passieren. Er ist das größte Körperteil.

In über 90% liegt das Kind längs mit dem Kopf nach unten im Geburtskanal (vordere Hinterhauptslage).

Da der Beckeneingang eine ovale Form hat, jedoch quer liegt, muss der Kopf des Kindes sich ebenfalls quer in das Becken legen. Der Rücken des Kindes zeigt dann nach außen.

Tritt das Kind unter der Geburt noch tiefer, muss es zwei Drehungen ausführen. Beim Durchtritt durch die kreisförmige Beckenhöhle schmiegt sich der Kopf des Kindes an seine Brust. Der Kopfumfang wird dadurch geringer. Das Kind dreht sich dann um 90°, so dass der Rücken und das Hinterhaupt nach vorn in Richtung Schambein zeigen (das ist die erste Drehung). Das Hinterhaupt des Kindes wird zum tiefsten Punkt.

Beim Austritt aus dem längsovalen Beckenausgang streckt sich der Kopf des Kindes. Das mütterliche Schambein dient als Anstemmpunkt. Nacheinander werden Hinterhaupt, Vorderhaupt, Stirn, Gesicht und Kinn geboren. Zu diesem Zeitpunkt passen die Schultern genau in den Beckeneingang hinein.

Zur Geburt der Schultern muss eine weitere Drehung um 90° erfolgen. Dann stehen die Schultern am Beckenausgang längs. Die zweite Drehung unter der Geburt ist erfolgt.

Schließlich wird zuerst die vordere, dann die hintere Schulter und der Körper des Babys geboren.

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Die Geburtsphasen

Bei einem normalen Geburtsverlauf können drei Phasen unterteilt werden:

Eröffnungsphase     Austreibungsphase     Nachgeburtsphase

Die Eröffnungsphase

Als Eröffnungsphase bezeichnet man den Zeitraum von Beginn der ersten Wehen, wo Sie bemerken, dass nun der Zeitpunkt der Geburt heranrückt, bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes. Die Eröffnungsphase ist der erste Teil der Geburt und dauert am längsten.

Bei Frauen, die bereits entbunden haben (Mehrgebärende), dauert sie ca. 6-7 Stunden. Bei Erstgebärenden sind 12 Stunden völlig normal, sie kann jedoch auch noch länger dauern oder rascher ablaufen..

Eintritt ins Becken

Die Wehen der Eröffnungsphase kehren regelmäßig wieder. Anfänglich haben Sie etwa alle 15 Minuten eine Kontraktion. Gegen Ende der Eröffnungsphase werden die Wehen im Abstand von etwa ein bis zwei Minuten auftreten, die ungefähr eine Minute andauern.

Die Eröffnungswehen bewirken, dass das Kind gegen den Muttermund geschoben wird. Der Kopf des Kindes beugt sich zunehmend (der Kopf wird an die Brust gedrückt) und tritt tiefer in das Becken ein. Die Ausschüttung von Hormonen unterstützt dabei eine Auflockerung des Muttermundes. Eine wirkungsvolle Erweiterung des Muttermundes kommt aber erst zustande, wenn der Druck durch die Wehen stärker ist als der Gewebewiderstand des Muttermundes. Bei etwa der Hälfte der Gebärenden kommt es gegen Ende der Eröffnungsphase zum Blasensprung. Die Fruchtblase platzt auf, sie spüren dabei keine Schmerzen.

Oft geht jedoch nur ein Teil des Fruchtwassers ab, da der nachrückende Kopf die Öffnung abdichtet.

Diese letzte Phase der Eröffnungsphase kann oftmals sehr rasant verlaufen. Die Wehenpausen sind sehr kurz und die Wehen kommen mit großer Kraft.

Atmen Sie zu diesem Zeitpunkt besonders gut durch, auch wenn Sie schneller und flacher atmen müssen als bisher. Den Drang unter den Wehen mit zu pressen, sollten Sie so lange hinauszögern, bis der Muttermund vollständig eröffnet ist.

Ihre Hebamme wird Sie dabei anleiten und unterstützen. Der Muttermund ist am Ende der Eröffnungsphase etwa 10 cm geöffnet.

Der Kopf des Babys liegt zum Abschluss der Eröffnungsphase in der Scheide

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Die Austreibungsphase

Die Austreibungsphase beginnt, wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist und endet mit der Geburt des Kindes. Diese Phase kann zwischen einer Stunde bei Erstgebärenden und 20 Minuten bei Frauen, die bereits geboren haben, dauern. In dieser Phase kommt es durch die Heftigkeit der Wehen, die starke Dehnung des Muttermundes und des Dammbereichs oft zu starken Schmerzen. Allerdings können Sie jetzt aktiv mithelfen und pressen. Dies wird von vielen Frauen als erleichternd empfunden.

Durch die Wehen wird der Kopf des Kindes weiter in das Becken geschoben. Wenn der Kopf des Kindes den Beckenboden erreicht, entsteht durch den Druck auf ein Nervengeflecht im Bereich des Steißbeins ein starker Drang zum Pressen. Dieser Pressdrang dauert einige Sekunden und kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Presswehen treten ungefähr 3 bis 4mal in 10 Minuten auf. Während einer Presswehe wird die Gebärende versucht sein mitpressen zu wollen.

Ein zu frühes Mitpressen sollte jedoch unbedingt vermieden werden, einerseits um Kraft zu sparen, andererseits um Gewebeverletzungen zu vermeiden. Prinzipiell gilt: Pressen Sie erst dann, wenn Sie das unbedingte Gefühl haben pressen zu müssen. Vertrauen Sie Ihrem Körper und achten Sie auf Ihre natürlichen Empfindungen.

Auch die Hebamme wird Ihnen Anweisungen geben, wann Sie mitpressen sollen.
Beim Durchtreten des kindlichen Kopfes durch die Scheide verspüren Sie eine sehr starke äußere Dehnung. Der Geburtshelfer wird versuchen, den Dammbereich vor einer Überdehnung zu schützen. Er stützt mit einer Hand den Damm und führt mit der anderen den Kopf des Kindes. Wenn der Dammbereich einzureißen droht, wird oft ein Dammschnitt durchgeführt.

Neueren Studien zufolge wird bei einer Geburt in aufrechter Position (z.B. auf dem Gebärhocker) der Dammbereich weniger belastet. Es kommt zu weniger Dammverletzungen bzw. notwendigen Dammschnitten!

Wenn der Kopf des Kindes geboren ist, haben Sie die größte Anstrengung hinter sich. Für die Geburt der Schultern wird sich der Körper des Kindes in seine Ausgangslage zurückdrehen. Die Hebamme stützt dabei den Kopf ab. Ein Absenken des Kopfes hilft schließlich zuerst die obere, dann die untere Schulter zu gebären. Der Körper gleitet anschließend heraus, oftmals mit einem Schwall Fruchtwasser.
 

Ihr Kind ist geboren!

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Nach der Geburt

Nachgeburtsphase

Die Geburt der Plazenta wird als Nachgeburtsphase bezeichnet. Sie dauert etwa 20 -30 Minuten. Die Freisetzung von Hormonen aus der Plazenta bewirkt ein Zusammenziehen der Gebärmutter. Dadurch löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand. Es wird die so genannte Nachgeburt geboren. Bei der Lösung der Plazenta kann es zu einem Blutverlust von bis zu 400 ml kommen.

Unmittelbar nach der Geburt wird das Kind zwischen die Beine der Mutter gelegt. Zunächst wird die Nabelschnur nur abgeklemmt. Das endgültige Durchtrennen der Nabelschnur kann auch der Partner vornehmen.

Anschließend werden Sie Ihrem Baby zum ersten Mal in die Augen blicken. Die Hebamme legt das Neugeborene auf den Bauch der Mutter.

Wenn es notwendig war, einen Dammschnitt durchzuführen oder wenn der Damm eingerissen ist, so wird die Wunde nun unter örtlicher Betäubung versorgt und genäht. Bei einer PDA brauchen Sie die örtliche Betäubung natürlich nicht.

Während dieses Vorganges werden Sie und Ihr Partner Ihr Kind bereits in den Armen halten.

 

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